Wie steigert sich der Musikverein Kirrlach wohl beim 125- oder 150-jährigen Jubiläum? Schon der 120. Geburtstag brachte den ganzen Stadtteil und viele Gäste außerhalb der Gemarkung auf die Beine. Sogar aus dem österreichischen Kärnten kam Besuch. Mit einem riesigen Festzelt und einem Topprogramm lockte erfolgreich der Veranstalter.
Hunderte von Zuschauern säumten die Straßen, als der Jubilar mit einem Festumzug – wie in den guten alten Zeiten – auf das Großereignis aufmerksam machte. Teils waren die Häuser mit weiß-grünen Fähnchen geschmückt, teils mit langen Ortsfahnen beflaggt. Getränkestellen und Ruhebänke gab es immer wieder.
24 Gruppen, zur Hälfte Musikkapellen, präsentierten sich und bewiesen dabei ihr Leistungsvermögen. An der Spitze marschierten die topfitten 120-Jährigen. Auf die begeisternde Art alpenländischer Blasmusik machten die Flattacher Freunde aufmerksam. Entlang der Wegstrecke von der Mühlenstraße bis zum Festzelt konnten viele Umzugsteilnehmer mit originellem Outfit und musikalischer Brillanz punkten. Fast alle möglichen kulturellen Vereine und Sportvereine beteiligten sich. Ideenreich setzten sich die Hobbygärtner, die Kleintierzüchter und die DLRG in Szene. Auch OB Thomas Deuschle und Bürgermeister Andreas Emmerich mischten sich winkend in den Korso.
Am Montagabend klang das viertägige Fest aus. Einen „höchst erfreulichen Zuspruch“ bilanzierten die Verantwortlichen um Julian Luft. Zum Jubiläumsprogramm gehörten die furiosen Auftritte der Coverband Mama Lauda und der international bekannten Dorfrocker. Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst, danach begeisterte das Bezirksmusikfest mit mehreren Blaskapellen. Nach dem Festumzug boten die Kirrlacher noch eine Instrumentenweihe und später eine rasante „Polka Jam“. Am Montagvormittag trafen sich die Musikfreunde zu einem „Handwerkerfrühstück“. Abends fand der Jubiläumsreigen mit der „Waghäusel Music Family“ seinen Abschluss.
2026 ließ sich der Jubelverein etwas Besonderes einfallen: Statt traditioneller Festdamen gab es erstmals in der Vereinsgeschichte ein Ehrentrio mit Jessica Dreiforth, Sebastian Wirth und Mara Fehling.
Mit freundlicher Genehmigung von Werner Schmidhuber
